Licher SPD möchte bezahlbaren Wohnraum in der Kernstadt schaffen

Der kürzlich veröffentlichte Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes macht deutlich, dass Armut auch in den Regionen, die von einem anhaltenden Wirtschaftswachstum profitieren, weiterhin ein großes Thema bleibt. Wenngleich Hessen im bundesdeutschen Vergleich noch relativ gut dasteht, ist hier den jüngsten Zahlen zufolge das Armutsrisiko in einem überdurchschnittlichen Ausmaß angestiegen. Während die Quote der SGB II-Leistungsbezieher (Hartz IV) zwischen 2005 und 2015 nur leicht um 0,1 Prozentpunkte anstieg, kletterte die Armutsquote im selben Zeitraum in unserem Bundesland von 12,7 auf 14,4 Prozentpunkte an. In Mittelhessen liegt die Armutsquote sogar bei über 17 Prozent und somit über dem Bundesdurchschnitt. „Wer sich angesichts dieser Zahlen zurücklehnt und abwartet, trägt dazu bei, dass dieser Trend sich in den nächsten Jahren noch weiter fortsetzt“, erklärt Dr. Julien Neubert, Vorsitzender der Licher SPD, und fügt hinzu: „Nicht nur die Bundespolitik ist hier gefragt, sondern auch die Kommunalpolitik. Durch die Bereitstellung und Förderung von bezahlbarem Wohnraum können wir zwar die Armut nicht an ihrer Wurzel packen, wir können aber zu einer deutlichen Entlastung der Betroffenen beitragen.“
Ähnlich sieht dies auch die stellvertretende SPD-Vorsitzende Brigitte Block „Wir bewegen uns in Lich bei den Quadratmeterpreisen mittlerweile bei acht Euro. Es gibt auch deutliche Abweichungen nach oben“, erklärt Block und fragt, „wer kann sich das noch mit einer kleinen Rente leisten?“
Mit großem Interesse beobachten die Licher Sozialdemokraten, was sich gerade auf Kreisebene in Sachen Entwidmung der Selma-Lagerlöf- und der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in der Jahnstraße tut. Zwar liege die letztendliche Entscheidung, was mit dem Grundstück passiert, beim Kreis, die Licher Genossen würden sich aber sehr freuen, wenn sich die Kreispolitik bei der künftigen Nutzung des Grundstückes auch Gedanken darüber macht, inwieweit die einige Tausend Quadratmeter umfassende Fläche für die Schaffung von bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum in Lich beitragen kann. Bei all dieser Unsicherheit, ist eines sicher: Mit Bürgermeister Bernd Klein weiß die Licher SPD im Bereich des sozialen Wohnungsbaus einen starken Verbündeten an ihrer Seite.