Licher SPD will sozialen Wohnungsbau vorantreiben

Wohnungspolitik stellt eines der zentralen Themen im Bereich der Stadtentwicklung dar. Insbesondere die Schaffung von bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum ist den Licher Sozialdemokraten ein großes Anliegen, kann hierdurch doch ein wichtiger Beitrag zu sozialer Gerechtigkeit auf kommunaler Ebene geleistet werden. In den vergangenen Monaten diskutierte die SPD intensiv über dieses Thema. Auch im Rahmen der Themenreihe Stadtentwicklung spielte die Bereitstellung von sozialem Wohnraum eine große Rolle und fand über den Ausschuss für Stadtentwicklung ebenso Eingang in die parlamentarische Debatte.

Damit es nicht nur bei Diskussionen bleibt, ist die Licher SPD nun einen Schritt in Richtung Realisierung von bezahlbarem Wohnraum gegangen. So reichten die Licher Genossen im Stadtparlament einen Antrag ein, der den Magistrat damit beauftragt, zu überprüfen, inwieweit die sich im städtischen Besitz befindlichen Liegenschaften in der Löwengasse dem sozialen Wohnungsbau zuführen lassen. Hierzu soll, ähnlich wie dies bereits im Falle des städtischen Anwesens in der Vordergasse in Nieder-Bessingen gelang, überprüft werden, ob sich ein Investor für den Bau von öffentlich gefördertem Wohnraum finden lässt. Zudem wird der Magistrat damit beauftragt, Spielräume im Rahmen der vom Kreistag beschlossenen „Sozialer Wohnungsbau und Strukturförderung im Landkreis Gießen GmbH“ auszuloten. Ebenfalls beantragen die Sozialdemokraten eine Aufstellung der Kosten, die anfallen würden, wenn die Stadt in Eigenregie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum auf den entsprechenden Flächen vorantreibt.

„Mit der Zuführung der städtischen Liegenschaften zum sozialen Wohnungsbau könnten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Wir könnten bezahlbaren Wohnraum bereitstellen und uns der Altlasten der Altstadtsanierung entledigen,“ bekräftigte Manfred Weber, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtparlament, während einer Ortsbegehung der SPD-Fraktion in der Löwengasse. Dr. Julien Neubert, Vorsitzender der SPD Lich, mahnte überdies den Zustand der städtischen Gebäude in der Löwengasse an und wies auch auf die Nachfrage von barrierefreiem Wohnraum hin. „Lich wächst, wir werden älter und die Renten nicht üppiger. Der Markt deckt schon jetzt nicht mehr die Nachfrage nach bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum ab. Wenn wir jetzt nichts machen, werden wir in ein paar Jahren erhebliche Probleme bekommen,“ erklärte Neubert am Rande der Begehung.