"Nach wie vor die soziale Kraft": Bericht aus dem Gießener Anzeiger zum Heringsessen der SPD Lich, 15.2.2018

LICH (atb). Am Ascher­mitt­woch be­gann die Fas­ten­zeit. Tra­di­tio­nell wird der Tag mit ei­nem Her­ing­sessen ge­fei­ert. Dies tat auch die Li­cher SPD. Über 50 Gäs­te stärk­ten. Po­li­ti­ker nah­men den Tag zum An­lass, um über Po­li­tik zu spre­chen. Land­rä­tin An­ita Schnei­der sag­te nach der Be­grü­ßung durch den Vor­sit­zen­den der Li­cher SPD, Dr. Ju­lien Neu­bert: „Die SPD ist nach wie vor die so­zia­le Kraft.“ Sie sei die Par­tei für die ar­bei­ten­den Men­schen und für den Fort­schritt. Die so­zia­le Fra­ge müs­se die SPD in den Mit­tel­punkt ih­rer Ar­beit stel­len. Dies tue die Li­cher SPD und die SPD im Land­kreis. Ein Bei­spiel sei die Da­seins­vor­sor­ge. „Wir er­mög­li­chen, dass je­der Mensch un­ab­hän­gig sei­nes Ge­schlechts und der so­zia­len oder na­tio­na­len Her­kunft so­zi­al teil­ha­ben kann.“ Die Ein­füh­rung der Breit­band­tech­no­lo­gie auf Kreis­ebe­ne sei ein wei­te­res Bei­spiel. Die mo­der­ne Tech­nik sei ei­ne Da­seins­vor­sor­ge. Da­ran ha­be sich auch Lichs Bürg­er­meis­ter Bernd Klein stark be­tei­ligt und „den Kar­ren ge­zo­gen“. Auch Schu­len sol­len zu­künf­tig an Glas­fa­ser an­ge­bun­den wer­den.

Das The­ma Mo­bi­li­tät sei ein wei­te­res wich­ti­ges The­ma für den länd­li­chen Raum. In die­sem Zu­sam­men­hang sei die Re­ak­ti­vie­rung der Schie­nen­net­ze in Lau­bach, im Lum­da­tal und in Hun­gen in Über­le­gung. Da­mit wür­de Hun­gen fast zum Vor­ort des Rhein-Main-Ge­bie­tes.

Wei­ter sprach die Land­rä­tin über be­zahl­ba­ren Wohn­raum. Die Wohn­raum­ver­sor­gungs­ana­ly­se ha­be ei­ne Ver­än­de­rung in­ner­halb der Be­dar­fe er­ge­ben. „Wir ha­ben ei­ne Ge­sell­schaft, die äl­ter wird.“ In Lich lie­ge der An­teil der über 65-Jäh­ri­gen schon bei über 15 Pro­zent. 2030 wer­de die­ser An­teil in der Stadt be­reits bei über 30 Pro­zent lie­gen. In Lich ge­be es zu­dem ei­nen stei­gen­den Wohn­raum­be­darf. Es ge­be, so dif­fe­ren­zier­te die Land­rä­tin, zu­neh­mend mehr Sing­le-Haus­hal­te. Der Be­darf lie­ge al­so zu­neh­mend bei klein­eren und bar­rie­ref­rei­en, be­zahl­ba­ren Woh­nun­gen. Im ge­sam­ten Land­kreis ha­be man laut Be­stands­auf­nah­me al­ler­dings zu we­ni­ge klei­ne. 65 Pro­zent al­ler Li­cher leb­ten, so ha­be ei­ne Ana­ly­se wei­ter er­ge­ben, in Woh­nun­gen, die grö­ßer als 120 Qua­drat­me­ter sei­en, dies aber al­lei­ne oder zu zweit.

SPD-Lan­des­vor­sit­zen­der und stell­ver­tre­ten­der Bun­des­vor­sit­zen­der, Thors­ten Schä­fer-Güm­bel, schloss sich der Land­rä­tin an. Be­zahl­ba­rer Wohn­raum sei das Top-The­ma in der Re­gi­on und in Hes­sen. Un­ter der CDU-Re­gie­rung sei der An­teil an be­zahl­ba­rem Wohn­raum stän­dig ge­sun­ken. Teil­wei­se sei­en die Mie­ten zur Zeit „un­ans­tän­dig“. Der Po­li­ti­ker nann­te Bei­spie­le. Er ha­be ei­ne An­zei­ge ge­fun­den für ei­ne 90 Qua­drat­me­ter-Woh­nung in Frank­furt. Der Qua­drat­me­ter kos­te 14,50 Eu­ro kalt. Das Highl­ight sei­ner Re­cher­che sei ei­ne 39 Qua­drat­me­ter gro­ße Zwei-Zim­mer- Woh­nung ge­we­sen, bei wel­cher der Qua­drat­me­ter 26,90 Eu­ro kos­te, dies „kalt“. Er selbst sei nicht in der La­ge ei­ne sol­che Woh­nung zu fi­nan­zie­ren.

In den Koa­li­ti­ons­ver­trag ha­be die SPD nun „hin­ein­ver­han­delt“, dass die Bun­des­re­gie­rung, an­ders als zu­nächst ge­plant, auch in Zu­kunft Gel­der für be­zahl­ba­ren Wohn­raum ge­ben dür­fe. Dass dies pas­siert, „gibt es nur mit uns“, warb der SPD-Po­li­ti­ker. Er streif­te auch an­de­re ak­tu­el­le The­men. Die Glo­ba­li­sie­rung und Di­gi­ta­li­sie­rung wür­den, so prog­nos­ti­zier­te der Po­li­ti­ker, in den näch­sten Jah­ren die we­sent­li­chen The­men sein. Da­zu brau­che es die So­zi­al­de­mo­kra­tie mehr denn je.