Thorsten Schäfer-Gümbel liest in Lich zur „sozialdigitalen Revolution“

Im April stellte Thorsten Schäfer-Gümbel, stellvertretender Bundesvorsitzender und Landesvorsitzender der SPD, sein neues Buch zum Thema Digitalisierung der Öffentlichkeit vor. Am vergangenen Freitag bot die SPD Lich interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, das Buch „Die sozialdigitale Revolution“ näher kennenzulernen und gemeinsam mit dem Autor Fragen rund um das Thema Digitalisierung zu diskutieren, Dr. Julien Neubert, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Lich, begrüßte die Gäste in der voll besetzten Kinokneipe „Statt Gießen“ und dankte Thorsten Schäfer-Gümbel dafür, dass er es beim Thema Digitalisierung nicht nur bei diffusen und teils abstrakten Fragestellungen belässt, sondern konkrete Politikbereiche beleuchtet, in denen die Digitalisierung Politik, Wirtschaft und Gesellschaft herausfordert und wie Lösungsansätze aussehen könnten. „Digitalisierung ist mehr als nur Breitbandausbau und Netzsicherheit“, erklärte Schäfer-Gümbel ganz zu Beginn seiner Lesung und machte dies deutlich, indem er die Zuhörer durch eine Vielzahl von Politikfeldern führte, in denen Digitalisierung neue Fragen und Problemstellungen aufwirft oder wo die Digitalisierung zur Lösung von Problemen beitragen kann. So berichtete der SPD-Landesvorsitzende, dass nicht mehr der Frankfurter Flughafen den höchsten Energieverbrauch in Frankfurt aufweise, sondern die vielen Rechenzentren an einem der größten Internetknoten der Welt. Schäfer-Gümbel machte unter dem Stichwort Digitalisierung der Arbeitswelt deutlich, dass mittlerweile auch kein Handwerksberuf ohne digitale Technologien auskommt. „An dieser Stelle kommt dann auch das Thema Bildung ins Spiel“, stellte Schäfer-Gümbel fest und diskutierte Fähigkeiten, die Schüler mit in eine digitale Arbeitswelt bringen müssen – angefangen von der Medienkompetenz bis hin zum Programmieren. Besonders nachdenklich stimmten die Ausführungen Schäfer-Gümbels zu ethischen Fragen, die die Digitalisierung aufwirft. Wie soll beispielsweise sich ein autonom fahrendes Auto verhalten, wenn es, um einen Unfall zu verhindern, ausweichen muss und entweder ein Kind oder ein älteres Ehepaar durch das Ausweichmanöver verletzt oder gar getötet werden?

In einer lebhaften Diskussion wurden besonders Fragen zum Verhältnis von Digitalisierung und Umwelt sowie Bildung aufgeworfen. Zum Abschluss signierte Thorsten Schäfer-Gümbel Bücher, die am Rande der Lesung an einem Büchertisch von Angela Magnus aus der Buchhandlung „Eckschuster“ erworben werden konnten.